My London Adventure Part 2

Halbzeit 🙂

Jetzt bin ich bereits 2,5 Wochen hier, d.h. bleiben mir noch 2,5 Wochen, um diese Stadt zu erkunden. In den letzten Tagen habe ich so viel erlebt, bin gefühlt Hunderte von Kilometern gelaufen (Thanks, Bini & Ralph), und war dabei entweder total euphorisch oder total traurig. Denn so schön diese Stadt auch ist, ich habe schreckliches Heimweh. Heimweh vor allem nach meinem Mann, dem ich hier so viel zeigen möchte. Ich hätte nicht gedacht, dass ich ihn so sehr vermisse, aber an manchen Tagen muss ich mich wirklich aufraffen, mir ein Buch schnappen und schnell das Haus verlassen, damit ich nicht den restlichen Tag melancholisch im Bett verbringe. Nun aber genug Gefühlsduselei, ihr wollt euch sicher nicht meinen Herzschmerz anhören, sondern wissen, was ich so erlebt habe oder?

Letzte Woche Montag habe ich zunächst einen weiteren Englischkurs besucht. Dazu musste ich in den Süden der Stadt, wohin ich ca. 1,5h unterwegs war. Die Entfernungen hier sind wirklich gigantisch. Bus, Tube, Tube, wieder Bus, am Ziel angekommen. Aber das bedeutet auch: jede Menge Lesezeit und dank meinem Kindl habe ich immer ein Buch dabei J Der Kurs war sehr lustig, ich habe viel Spaß gehabt und vor allem, viel geredet. Das Reden fällt mir immer noch etwas schwer, vor allem, weil mir das Vokabular fehlt und die meisten Sätze baue ich wahrscheinlich immer noch wie ein englischer Erstklässler. Obwohl der wahrscheinlich mehr Vokabeln kennt als ich 😛 Aber Übung macht ja bekanntlich den Meister!

Wie auch immer, anschließend bin ich durch Covent Garden geschlendert und dabei in einer kleinen Gasse gelandet, in der es fast ausschließlich Bücher und Antiquitäten gibt:

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Leider waren die Geschäfte schon geschlossen, aber ich war ein paar Tage später noch mal da …

Am Montagabend hatte ich eine Verabredung mit Ingrid, wir haben uns über Facebook kennengelernt und für einen Theaterbesuch im Wyndham’s Theatre verabredet. Leider habe ich im Theater selbst keine Fotos gemacht, da ich zu beeindruckt war, aber über Google könnt ihr euch einen Eindruck verschaffen! Es ist so wunderschön dort! Das Stück, das wir gesehen haben, heißt „The Truth“, es war genial und gespickt mit bissigem Humor. Eine der Hauptrollen hatte Frances O‘Connor, der ein oder andere kennt sie vielleicht als Ehefrau von Harry Selfridge in der gleichnamigen Serie. Ich wusste das vorher nicht, da wir relativ spontan in die Show gegangen sind und war dann doch sehr aufgeregt, als ich sie erkannt habe.

Am darauffolgenden Dienstag war ich den ganzen Tag in der Stadt unterwegs auf Sightseeing-Tour. Again Covent Garden, Leicester Square, Trafalgar Square, Soho (Carnaby Street), Oxford Street … Ich war shoppen, ohne etwas zu kaufen und zwischendurch immer mal wieder einen Kaffee trinken und lesen. Mein Mittwoch war ähnlich: Zum Lunch war ich mit meiner Freundin Iris in Shoreditch verabredet. Zu ihrer Arbeitsstelle war ich mit dem Bus 1,5h unterwegs, Londoner Verhältnisse. Dort haben wir gemütlich im Schatten einer alten Kirche gegessen und geschnattert. Anschließend hat sie mir noch verraten, dass die Kirche gar keine Kirche mehr ist, sondern als Antiquitätenmarkt genutzt wird, also bin ich anschließend mal etwas stöbern gegangen. Und wow, dieser Ort ist wirklich magisch und wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man wunderschöne Einrichtungsgegenstände aus dem 19. Jahrhundert erwerben. Da ich dieses nicht hatte, musste ich mich mit Fotos begnügen …

Westland1

Richtig gemütlich war dann mein Donnerstag. Ich hatte mir rein gar nichts vorgenommen, einfach nur in den Tag hineinleben und das machen, worauf ich Lust hatte. Am frühen Nachmittag habe ich mir also meine Stifte und mein Notizbuch geschnappt und bin in mein Lieblingscafé gelaufen, von dem ich euch bereits im letzten Beitrag berichtet habe. Es ist so wunderbar dort, man fühlt sich nicht wie in London, sondern eher wie in den Cotswolds, zurückversetzt in die 30er Jahre. Die Atmosphäre beflügelte meine Fantasie und so saß ich dort und schrieb zwei Stunden lang, während ich Scottish Pancakes aß und meinen obligatorischen Caffé Latte schlürfte:

 Emporium Tea Room

Am gleichen Abend hat es dann übrigens endlich das erste Mal, seit ich hier bin, geregnet <3 Der Regen hat den ganzen Freitag über angehalten und leider auch gut zu meiner Stimmung gepasst. Ich glaube, an dem Tag habe ich nicht einmal das Haus verlassen. Die Sehnsucht nach meinem Zuhause hatte mich total im Griff, ich habe nur TV geschaut, gelesen oder geschlafen. Vielleicht brauche ich auch einfach einmal in der Woche eine Auszeit von dieser Stadt, die so schön und aber auch so hektisch und laut ist.

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Mein Samstag startete ebenso schwermütig, aber glücklicherweise war ich am Nachmittag mit Jennifer verabredet. Gemeinsam mit ein paar anderen Mädels spazierten wir zum Alexandra Palace, wo ein Street Food & Craft Beer Festival stattfand. Leider war es sehr windig und regnerisch, aber wir haben es uns einfach im Palace gemütlich gemacht. Ally Pally ist übrigens der Geheimtipp, wenn man eine bombastische Aussicht über die Stadt genießen möchte! Drei Stunden und eine heißere Stimme später ging es dann wieder besser gelaunt nach Hause, wo ich nur noch gemütlich einen Film mit Cillian Murphy geschaut habe und mich seelisch und moralisch auf meinen deutschen Besuch, der die Klappe nicht halten kann, vorbereiten konnte 😛 Denn am Sonntag kam Bini von Literatwo gemeinsam mit ihrem Mann in London an und ich war extremst vorfreudig! Ich werde jetzt nicht alles rekapitulieren, was wir erlebt haben, nur so viel: Wir waren in einem schwimmenden Buchladen, haben die Stadt zu Fuß erkundet und nebenbei tausende Liter von Kaffee getrunken und ICH HABE ENDLICH FRITTIERTES SNICKERS GEGESSEN 😀

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Es tat sehr gut, meine Freunde um mich zu haben und mit den beiden die Stadt zu erkunden.  Mir war nicht bewusst, wie einsam ich doch bin. Gestern sind die beiden wieder in Richtung Heimat geflogen und nach den drei Tagen nonstop unterwegs sein, habe ich es mir gestern im Garten gemütlich gemacht und die Sonne genossen. Genau wie in Deutschland hat uns hier jetzt auch die Hitzewelle erreicht und zwingt einen dazu, ruhiger zu treten. Also war ich nur in North Finchley und anschließend Muswell Hill unterwegs, habe Kaffee getrunken und gelesen. Ich  habe mir übrigens in der ganzen Zeit, die ich jetzt schon hier bin, erst vier Bücher gekauft. Drei davon sind von bzw. über die Bronte-Schwestern 😉

Weitere nützliche Informationen

Es gibt keinen Quark in London. Nirgends!

In den wenigsten Häusern findet man Vorhänge. Streift man abends durch die Stadt, kann man die Leute beobachten, wie sie in ihren Wohnzimmern sitzen und essen, fernsehen oder am PC arbeiten. Ich bin von Natur aus neugierig, aber ein bisschen creepy ist das schon …

Mich wundert, dass es hier nicht mehr Fahrradunfälle gibt. Ich haben vollsten Respekt vor den Leuten, die es sich tatsächlich zutrauen, in dieser Stadt Fahrrad zu fahren. Denn es gibt keine Radwege, zumindest habe ich noch keine entdeckt. Vielleicht muss man auch einfach ein bisschen risikofreudig sein.

Wie zum Henker putzen die Leute hier ihre Fenster? Denn diese gehen nur nach außen auf bzw. werden hochgeschoben oder nur angekippt.

Das Natural History Museum ist gigantisch und atemberaubend. Aber ein kleiner Tipp: Besucht es NIEMALS während der Ferienzeit nachmittags gegen 15 Uhr, wenn ihr dort lebend wieder rauskommen wollt!

Comments

  1. Antworten

    Das klingt alles so toll ♥ Hab Spaß die nächsten 2,5 Wochen! Dein Mann muss warten 😀

    Liebe Grüße

    Britt

  2. Antworten

    Super Bilder. lesen später. bis dann. mom

  3. Antworten

    Ich hab hier nicht kommentiert? Komisch – der Bericht ist toll und die Bilder und hach.

    Es war schön, dich in London besucht zu haben.

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