Konsumfasten 2015

Durch Zufall habe ich auf Twitter erfahren, dass einige Blogger ab dem heutigen Aschermittwoch fasten, genauer gesagt: Konsumfasten. In einer Welt, in der unser Leben mehr und mehr durch Überkonsum gezeichnet ist, sollte ein jeder ab und an innehalten und darüber nachdenken, ob er dieses Kleiderstück, jenes Buch, das dritte Mal Essengehen innerhalb einer Woche, den fünzigsten Nagellack, das neuste Handy, den teuren Starbucks-Kaffee … wirklich braucht.

Ins Leben gerufen wurde diese Aktion 2013 von BuchSaiten und Pimisbuecher. Sie geht die gesamte Fastenzeit (18. Februar bis 4. April) über, als rund sieben Wochen, in denen auf alles Unnötige verzichtet werden soll. Achtsamkeit lautet hierbei das Stichwort: Ganz genau in sich hineinhorchen, wieso man dieses oder jenes kauft. Ist es essentiell? Oder will man gerade nur Geld ausgeben, weil man sich schlecht fühlt und mit einem Kauf dieses Gefühl für kurze Zeit zur Seite schieben möchte?

Ich werde allerdings nicht die ganzen sieben Wochen teilnehmen und bereits am 30. März fastenbrechen. Denn am 31. März geht es für 5 Tage nach London, ihr versteht sicher, dass ich in dieser Stadt einiges an Geld ausgeben werde (Sherlock Holmes-Museum, Theater, Pubsbesuche, Camden Market …). Aber bis dahin heißt es auf a literary passion: bewusster Konsum statt Überkonsum. Das Geld, was ich dabei spare, kann dann in London klug investiert werden.

Zudem werde ich mich in dieser Zeit vermehrt aus den sozialen Netzwerken zurückziehen. Bereits im Oktober vergangenes Jahr habe ich mir eine dreiwöchige Auszeit gegönnt, die mir wirklich gut getan hat. Ich verbringe so viel Zeit am Tag an meinem Handy, scrolle durch Instagram, Twitter und Facebook; lese Nachrichten und husche über Blogs; und am Ende des Tages ist mein Kopf randvoll mit Informationen, die ich gar nicht alle verarbeiten kann. Dieses permanente up-to-date-Sein raubt mir ziemlich viel Kraft. Da gerade auch noch drei Hausarbeiten und ein Lektorat auf meinem Tisch liegen, die bearbeitet werden wollen, ist doch genau jetzt der perfekte Zeitpunkt, um mein Leben 2.0 etwas ruhiger anzugehen und mich vermehrt in meinem Leben 1.0 aufzuhalten. Das freut meinen Geist, meine universitären Leistungen und meinen Ehemann.

Bis bald,

eure Bella

Comments

  1. Antworten

    Eine schöne Sache.
    Einfach mal innehalten und auf das Grundlegende besinnen.
    Ob nun unter dem Gesichtspunkt des Konsums, oder mit dem Gedanken, weniger Zeit im Internet zu verbringen.

    Ich hoffe, du hattest in London eine tolle Zeit!

    Liebe Grüße,
    Ramona

    1. Antworten

      Liebe Ramona,

      oja, London war wundervoll. Dort fiel mir der Verzicht auf mein Handy übrigens am leichtesten, war ich doch den ganzen Tag mit gucken,staunen und die Stadt erforschen beschäftigt. Obwohl ich mein Konsumfasten bereits vor meiner Reise nach England offiziell beendet habe, habe ich mir dann in London nur drei Bücher gekauft, obwohl ich hätte tausende mitnehmen können 🙂

      Liebe Grüße, Bella

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