Vorsätzliche Vorsätze

Eigentlich bin ich kein Mensch, der sich Silvester Vorsätze überlegt, die er dann im neuen Jahr umsetzen möchte. Genau genommen bin ich das ja auch immer noch nicht, denn ich habe mir erst gestern überlegt, dass ich den Beginn dieses neuen Jahres nutzen möchte, um etwas in meinem Leben zu verändern.

Ich muss sagen, ich bin im Großen und Ganzen zufrieden damit, wie mein Leben in den letzten zwei Jahren verlaufen ist. Doch natürlich gibt es auch hier in Aber: Es sind Kleinigkeiten, die sich manchmal falsch anfühlen und mich daran hindern, mein Leben in vollen Zügen genießen zu können.
Das Jahr 2013 war für mich ein Jahr voller Höhen und Tiefen, in dem allerdings die Höhen überwogen haben. Erst zum Ende zu ging es bei mir seelisch bergab, als dann Anfang Dezember mein Vertrag bei H&M für das kommende Jahr nicht verlängert wurde, war ich an meinem Tiefpunkt angelangt. Und doch öffnete mir diese Tatsache die Augen. Ich liebte diesen Nebenjob so sehr, dass ich darüber hinaus mein Studium hintenan stellte. Lieber nutzte ich meine freie Zeit, um arbeiten zu gehen, anstatt mich mit meinen einzelnen Kursen auseinanderzusetzen. Deswegen lautet mein erster Vorsatz wie folgt:
Mein Studium steht an erster Stelle!
In knapp einem Monat stehen die nächsten Prüfungen an, in knapp zwei Monaten muss ich vier Hausarbeiten abgeben. Und ich habe dafür wirklich noch rein gar nichts getan! Immer gab es Dinge, die wichtiger waren: arbeiten gehen, die Reise nach Berlin, das Konzert und jene Party, ein Film/Buch, der/das gerade spannender ist… Ich lasse mich zu leicht von, in diesem Moment, unwichtigen Dingen ablenken. Mein Kopf ist ständig voll mit tausend Dingen, die ich am liebsten sofort erledigen möchte. Und weil mein Geist so überladen ist, gibt es dann ganz oft Tage, an denen ich zu gar nichts in der Lage bin. Mein
zweiter Vorsatz lautet deswegen:
Prioritäten setzen!
Entweder ich lerne heute, oder aber ich lese, oder aber ich treffe mich mit Freunden etc. Ich werde mir ab jetzt jeweils nur eine Hauptaufgabe pro Tag vornehmen, die definitiv erledigt werden muss und wenn dann noch Zeit ist, kann ich zwei, drei kleinere Aufgaben übernehmen. Ich hoffe, dass ich so ein wenig Herr über mein chaotisches Köpfchen werden kann. Hier
schließe ich gleich meinen dritten Vorsatz an:
Mehr Englisch sprechen/schreiben/lesen!
Vergangenen Samstag habe ich mit einer Freundin ihren irischen Freund vom Flughafen in Berlin abgeholt. Den ersten Tag war ich sehr zurückhaltend und unsicher, was das Sprechen anbelangte, aber schon am zweiten Tag fiel es mir zunehmend leichter, mich in der englischen Sprache auszudrücken und ich verlor diese natürliche Scheu vor dem Benutzen einer fremden Sprache. Ich liebe es, englisch zu sprechen, nicht dieses slanghaltige amerikanische Englisch, sondern dieses leicht affektierte, überhebliche britische Englisch.
Vorsatz Nummer 4 wird für mich sicher am schwierigsten:
Minimalismus und Entschleunigung!
Darauf bin ich durch diesen Thread bei Kleiderkreisel gekommen. Meine Wohnung und mein Leben sind voll mit Dingen, denen ich viel zu viel Bedeutung beimesse und ohne die ich scheinbar nicht leben kann. Als krasses Beispiel könnte man einen Wohnungsbrand anbringen: Ich würde es nicht verkraften, wenn ich meine liebsten Kleidungsstücke, meine Bücher und meine DVDs verlieren würde und lieber würde ich mit ihnen verbrennen, anstatt ohne sie leben zu müssen! Es ist schlimm, wie abhängig ich von all diesem materiellen Kram bin und nehme mir deshalb vor, mein Leben nach und nach zu
entmüllen und mich von Dingen zu trennen, die nicht wirklich wichtig für mich sind. Genauso muss ich lernen, dass ich nicht auf jeder Party tanzen, jedes Kleidungsstück oder neue Buch unbedingt besitzen muss. Mein Leben zieht so schnell und chaotisch an mir vorbei, dass ich permanent unter Strom stehe und ständig das Gefühl habe, etwas zu verpassen. Dabei wünsche ich mir nichts mehr, als im Hier und Jetzt zu sein und zu genießen. Dazu gehört natürlich auch ein gesunder Körper, zu dem ich mit meinem letzten Vorsatz komme:
Regelmäßige Ernährung und Sport!
Eine gesunde Ernährung besteht nicht nur aus den richtigen Lebensmitteln, sondern auch aus einer Regelmäßigkeit, die ich bei mir nicht finden kann. Meistens gibt es zum Frühstück nur Kaffee, die erste feste Mahlzeit des Tages ist dann erst zur Mittagszeit, wenn mein Körper bereits entkräftet ist und ich völlig verzweifelt bin, weil ich nicht weiß, was ich essen soll. Meist bleibt es dann bei dieser einen Mahlzeit. Oft übergehe ich den Heißhunger, in dem ich nur kleine Snacks esse und abends dann bin ich meist so müde vom Tag, dass ich einfach keine Lust und Kraft mehr habe, mir etwas zu essen zu machen. Ich hoffe, dass ich es schaffe, wenigstens 3x täglich etwas zu essen und somit dann auch genug Kraft habe, um Sport zu machen. Ich merke, wie gut mir jedes Mal mein Besuch im Fitnessstudio tut. Das Auspowern reinigt meinen Geist und zwingt mich, runterzufahren. Doch ohne genügend Energie ist das auf Dauer nicht machbar…
Was haltet ihr von meinen Vorsätzen? Nehme ich mir zu viel vor? Habt ihr Vorsätze, die ihr dieses Jahr umsetzen möchtet?

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.